Marihuana-Verkäufe in italienischen Apotheken
Die ersten 2.400 Gläser Marihuana werden in italienischen Apotheken an potenzielle Patienten mit einem ärztlichen Rezept verkauft.
Nach einem Jahr der Debatte kommen nun endlich die ersten Gläser mit staatlich produziertem Marihuana, hergestellt von einem militärischen Chemiezentrum unter dem Namen FM2, in den Handel.
Marihuana kann mit einem ärztlichen Rezept für Patienten mit Erkrankungen, die mit Schmerzen einhergehen (Sklerose, Krebstherapien, Angstzustände usw.), bezogen werden und muss durch Infusionen oder Inhalation mit einem Vaporizer eingenommen werden, wobei ein maximaler Gehalt von 241 µg/l Wirkstoff erreicht werden darf.
Bislang erlaubten mehrere italienische autonome Gemeinschaften den Konsum von Cannabis, doch Krankenhäuser und Apotheken mussten umfangreiche bürokratische Hürden überwinden, um es zu erhalten, und es stammte aus den Niederlanden. Während niederländisches Cannabis für 24 Euro pro Gramm verkauft wurde, konnte das in Italien in einer Militäranlage in Florenz produzierte für 15 Euro pro Gramm verkauft werden.
Luca Guizzon, der erste Apotheker, der das Produkt verkaufte, behauptet, dass seine Kunden dadurch 301 TP32 TT sparen. Dieser Apotheker erhält in einem Dorf mit 3.000 Einwohnern etwa 25 Rezepte pro Monat und erklärt, dass er daraus einen Tee zubereitet: “Man öffnet das Glas, gibt die gehackten Blütenstände in kaltes Wasser, lässt sie 20 Minuten kochen und trinkt den Tee dann.”.
Es ist geplant, dass das Militärpharmazeutische Institut (Florenz) alle drei Monate eine Produktion aus mehreren Gewächshäusern bezieht, die landesweit verteilt werden soll, um den erwarteten Verbrauch zu decken.
Sowohl das Gesundheitsministerium als auch Fachleute betrachten Cannabis als Zweitlinienbehandlung, wenn andere Substanzen sich als unwirksam erweisen. Laut Ministerium kann Cannabis als Schmerzmittel bei Erkrankungen mit Spastik (wie Multipler Sklerose oder Rückenmarksverletzungen), bei chronischen Schmerzen, vorwiegend neurologischen Ursprungs, zur Linderung von Übelkeit infolge von Chemotherapie oder Strahlentherapie, zur Behandlung von HIV/AIDS, zur Appetitanregung bei Anorexiepatienten sowie aufgrund seiner blutdrucksenkenden Wirkung auch bei Glaukom eingesetzt werden.
Brunnen: Die Zeitung