Kolumbien steht kurz vor der Legalisierung von Marihuana für medizinische Zwecke.
Die kolumbianische Regierung hat ein Dekret zur Regulierung von Cannabis für medizinische Zwecke erlassen. Dieses Dekret wurde von den Ministerien für Gesundheit, Justiz und Landwirtschaft unterzeichnet und wartet nun nur noch auf die Unterschrift des Präsidenten, um in Kraft zu treten.
Das Dekret legt Vorschriften für den Besitz, den Anbau von Saatgut und Pflanzen, die Produktionsprozesse, den Export, den Vertrieb, den Handel und die Verwendung von Marihuana und seinen Derivaten fest, die ausschließlich für medizinische und wissenschaftliche Zwecke bestimmt sind.
Diese Regelung könnte für Personen mit kolumbianischer Staatsangehörigkeit oder für Ausländer mit Wohnsitz in Kolumbien gelten, die über eine staatliche Lizenz verfügen.
Es gibt auch einen Gesetzentwurf zur Regulierung des Marihuanakonsums, der jedoch im Kongress aufgrund mangelnden Interesses der Parlamentarier nicht vorankommt.
Medizinisches Cannabis ist in Ländern wie den USA, den Niederlanden, Kanada, Tschechien, Uruguay, Israel und Puerto Rico bereits Realität. In Chile und Brasilien wird es diskutiert, und an der Universität La Plata in Argentinien laufen bereits klinische Studien.
In Kolumbien kämpft die Stiftung Cultivando Esperanza für die Legalisierung des Cannabisgebrauchs zur alternativen Behandlung von Patienten mit refraktärer Epilepsie.
Yesid Reyes, Justizminister, erklärte, dass das Dekret die Herstellung von Cremes, Ölen und Salben aus Marihuana legalisieren und auch die Möglichkeit eröffnen würde, diese in Länder zu exportieren, in denen ihr Verkauf erlaubt ist.
Nach Schätzungen der Regierung könnte dieser Handel in den nächsten fünf Jahren jährliche Einnahmen von mindestens zwei Milliarden Dollar generieren.
Brunnen: Das Land